Von Helden, Schurken und anderen Leitbildern 29.-31.10.2010 Pädagogische Hochschule Heidelberg
Pädagogenkonferenz

Workshops

am 30.10 2010 - Samstagvormittag 10.30 - 12.00 Uhr

 

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1) Andreas Becker - Die Chancen der Skriptentfaltung im pädagogischen Alltag

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: Anfänger und Fortgeschrittene
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung, Beratung
Teilnehmerzahl: 15

Für uns PädagogInnen besteht ein Teil unserer Aufgabe darin, mit den uns anvertrauten Menschen an deren Förderung zu arbeiten - ob sie (und wir) es in der einzelnen Situation wollen oder nicht. Das sich daraus ergebende Spannungsfeld bringt es mit sich, dass wir auf skriptgebundenes Verhalten in förderlicher Weise reagieren sollen, um dem Schüler, Behinderten usw. damit zu helfen, einen höheren Grad an Autonomie zu erlangen. Soweit der Auftrag.

In der Realität erleben wir bei der Erfüllung dieses Auftrags, dass wir uns selbst oft genug zu eigenem skriptgebundenen Verhalten eingeladen fühlen. Wie gehen wir als „gute Autorität“ damit um? In diesem Workshop möchte ich mit den TN die wertvollen Konzepte der Ersatzgefühle und des Skriptsystems dazu nutzen, die eigenen Interaktionen im pädagogischen Alltag zu analysieren und Autonomie fördernde Handlungsoptionen zu entwickeln. Methodisch wird es u.a. Theorieinput und Kleingruppenarbeit geben. TN erhalten dabei die Möglichkeit, Interaktionen aus ihrem Berufsalltag zu reflektieren.

2) Ralf Breiter - Mobbing in der Schule- Interventions- und Präventionsstrategien

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung
Teilnehmerzahl: 12

Nach einer Einstiegsübung wird der Begriff "Mobbing" definiert und genauer beleuchtet. Weiter erörtern wir Haltungen und Verhalten der Beteiligten, dies mit dem Fokus auf den TA-Modellen Grundeinstellungen, Abwertung, Drama-Dreieck. Es wird einen kurzem Input zu Interventions- und Präventionsmöglichkeiten geben. Schwerpunkt: Empathieförderung und Verträge. Gelegenheit zu Fragen, Austausch und Diskussion.

Besonders für Lehrkräfte ab Klassenstufe 3 geeignet

3) Peter Bremicker - Autorität benötigt Beziehung- Beziehung und Beziehungsbedürfnisse wahrnehmen und gestalten

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung, Beratung
Teilnehmerzahl: 25

Autorität ist kein Begriff, der spontan mit Beziehung in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich führt Autorität, die durch Furcht, Bestrafung und Distanz hergestellt wird, eher zum Verlust von Bezogenheit. Wenn Autorität auf Beziehung basiert und klar wird "Ich bin da und ich bleibe da", bietet Autorität den wesentlichen Rahmen, der Beziehung möglich macht. Es erscheint hilfreich, um in eine konstruktive Kommunikation miteinander zu gelangen, seine eigenen und die Beziehungsbedürfnisse des anderen zu kennen. Im Workshop werden die acht Beziehungsbedürfnisse nach Richard G. Erskine vorgestellt. Ebenso bietet der Workshop Wachstumsimpulse für die private und berufliche Beziehungsgestaltung.

4) Manfred Frank - Die innere Leitungsfigur entdecken und entfalten

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: Anfänger, Fortgeschrittene
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung
Teilnehmerzahl: 20

Wer in und mit Gruppen leitet, kennt die wiederkehrende Frage: "Was und wie ist gute Leitung?"

Ein Kanon von Leitungsfähigkeiten, der mehr fordert, als er nützt, hilft nicht weiter, den eigenen Leitungsstil zu finden. Deshalb werden wir uns auf den Weg machen, die innere Leitungsfigur aufzuspüren, diese nach beobachtbaren Kriterien zu modellieren und deren Auswirkungen auf das Gegenüber zu erfassen. Dies wird in transaktionsanalytische Terminologie eingeordnet und liefert ein schlüssiges Leitbild und gibt eine Orientierungshilfe auch für junge Menschen, die ganz neu beginnen, in Leitungsverhalten hineinzuwachsen. Entwickelt wurde die Vorgehensweise für Gruppenleitergrundkurse. Durch das eigene Erarbeiten erhöht sich die Überzeugungskraft des Ergebnisses(Selbstwirksamkeit).Der Aufbau des Workshops ist so gestaltet, dass die Schritte direkt nachvollzogen und als Bildungseinheit übernommen und angewendet werden können.

5) Anne Huschens - Gute Autorität - jenseits von Heldentum und Grandiosität

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung
Teilnehmerzahl: 20

Gute Autorität bedeutet, als LehrerIn das Notwendige zu tun, damit SchülerInnen gut lernen können oder als SchulleiterIn dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten an der Schule gut arbeiten können.

Inhalt des Workshops ist zu zeigen, wie mit Methoden der Transaktionanalyse und der Skriptdrama-Arbeit realistische Zielsetzung, Selbstwirksamkeit und Selbststeuerung (vor allem unter Stress) gefördert werden. Da Frauen und Männer ihr Skript unterschiedlich ausprägen, werden auch geschlechtsspezifische Faktoren berücksichtigt.

Beispielhaft berichte ich aus der Praxis von Coaching und Supervision für Lehrkräfte und Schulleitungspersonen in Baden-Württemberg. Praktische Übungen zur Selbstssteuerung und zum Training von Führungskompetenzen kommen hinzu.

6) Dr. Hans Joss - Transaktionsanalyse und Selektion an Schulen - Wie Feuer und Wasser?

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung
Teilnehmerzahl: 18

Der Workshop sucht Antworten auf folgende Fragen:

Was läuft in selektiven Prozessen ab? Beschreibung mit Hilfe transaktionsanalytischer Konzepte.

Langzeitwirkungen bei Betroffenen (Fallbeispiele)?

Wie viel Selektion erträgt die Transaktionsanalyse?

Möglichkeiten und Grenzen transaktionsanalytischer Konzepte im Umgang mit selektiven Übergängen an Schulen?

Selektion und ethische Richtlinien der TA (ausgewählte Beispiele aus den EATA Richtlinien).

Der Workshop richtet sich an Personen, welche an selektiven Vorgängen beteiligt sind. Kurzinfos, Übungen und Aufstellungen

7) Henning Köhler - Impliziert Autorität zwangsläufig Macht?

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung, Beratung, Psychotherapie
Teilnehmerzahl: unbegrenzt

Erwachsene befinden sich gegenüber Kindern in einer "Position der Stärke", die als Machtposition ausgelegt werden kann, aber nicht muss. Es besteht ein faktisches Abhängigkeitsverhältnis.

Die gesunde psychische Entwicklung des Kindes vollzieht sich zwischen Bindungssicherheit und - was seltener thematisiert wird - Entbindungssicherheit.

Das heißt: Kinder brauchen Geborgenheit nicht nur um der Geborgenheit willen, sondern auch als "Rückendeckung", um Schritte ins Offene wagen zu können, Schritte aus der Abhängigkeit.

Gute Autorität erweist sich nicht zuletzt daran, dass sie stets bestrebt ist, sich überflüssig zu machen.

8) Prof. Alfred Mack - Machtlos mächtig...

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung, Beratung, Organisation
Teilnehmerzahl: unbegrenzt

Schon die Mythen und Legenden erzählen uns von den Helden, die erst ihre Kraft und ihr Potential gefunden haben, als sie Waffen und Rüstung ablegten. Unsere Welt ist keine Sage und kein Mythos und doch können wir unter Umständen davon lernen. Wenn wir uns ohne formale Macht wertlos fühlen, schränkt dies die individuelle Autonomie sehr stark ein. Diese Einschränkungen zeigen gleichzeitig auf, was wir als Mindestnutzen erschließen können. Die formal machtlose Macht hat spezifische Wirkungsmechanismen im Außen und braucht für ihre Wirksamkeit ebenso spezifische innere Haltungen. Letztendlich wird für das machtspezifische Verhalten jeder/jede eine individuelle emotionale Kostennutzenrechnung anstellen müssen.

9) Patricia Matt - Let's talk about ...

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung , Beratung, Psychotherapie
Teilnehmerzahl: unbegrenzt

Sexualität ist ein lebenslanger Lernprozess. Dabei benötigen gerade junge Menschen glaubwürdige Vorbilder und eine entwicklungsfördernde Lernatmosphäre.

Wie kann ich als Lehrperson das Lernen mit Liebe, Sex und Partnerschaft in achtsamen Schritten ermöglichen?

Wie kann ich eine Lernatmosphäre schaffen, in der sexualpädagogisches Wissen vermittelt und mit der eigenen Wahrnehmung verbunden werden kann, ohne kopiert zu werden!

Im Workshop biete ich Antworten und verbinde Sex und TA in lustvollen Übungen.

10) Miriam Toth - Beziehungsgestaltung als Gewaltprävention

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe: alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung
Teilnehmerzahl: unbegrenzt

Alle Menschen brauchen Verbundenheit. Andererseits scheinen mehr und mehr Menschen beziehungslos, unfähig, eine Verbindung herzustellen. Schon junge Menschen ziehen sich aus Beziehungen zurück.

Nach George Kohlrieser gibt es keinen Akt von Gewalt ohne vorherigen Bruch im Bindungsprozess. Beziehungsunterbrechung entsteht für ihn durch nicht wertschätzende Reaktionen auf Anliegen. Er sieht Bonding als Möglichkeit Gewalt vorzubeugen und zu stoppen. Menschen mit Führungsverantwortung sind daher besonders gefordert, ein Modell dafür zu sein, wie eine respektvolle Beziehung aufgebaut und bei Konflikten beibehalten werden kann. In diesem Seminar will ich durch Übungen erfahrbar machen, wie Bonding schon in kleinen Transaktionen verhindert oder ermöglicht werden kann.

11) Jeanne Tschamper Egli - "Eltern(projektions)figur bist du sowieso..."

Dauer: 90 Minuten
Zielgruppe:alle
Anwendungsbereich: Päd./Erw.-Bildung, Beratung, Psychotherapie
Teilnehmerzahl: unbegrenzt

"... du kannst nur entscheiden, wie du diese Rolle ausfüllen willst." Dieser Satz, geäußert von einem meiner TA-AusbilderInnen, begleitet mich seit Jahren sowohl in der Schule als auch in der Arbeit in der eigenen Praxis. Aufmerksam zu werden auf die Ebene der Übertragung und der Projektionen und offen die eigene Gegenübertragung wahr- und anzunehmen kann helfen, auffällige Verhaltensweisen eines Gegenübers besser zu verstehen und auf die verdeckten Bedürfnisse hinter dem situationsinadäquaten Verhalten zu reagieren. Ziel dieses Workshops ist es, einerseits die verschiedenen Ebenen der Übertragung anzuleuchten und andrerseits ein eigenes, inneres Bild zu entwickeln: "Wer und wie will ich als Elternfigur sein?"

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Oktober 2010
Zuletzt geändert: 31.08.2010 14:17

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